Archiv für die Kategorie „Angst“
In meinem vorletzten Blog Eintrag ging es ja darum, dass ich keine Lust zu nix habe, sozusagen “Unmotiviert” bin.
Was ist Motivation überhaupt?
Ich meine jetzt nicht im Sinne der Motivationsindustrie, wenn es um Zielerreichung etc. geht, sondern was lässt uns z.b. Dinge tun, die wir besser nicht tun sollten, oder Dinge unterlassen, die wir tun sollten.
Ich war z.b lange Jahre Raucher, mich hat nie jemand dazu ermuntern müssen, dass ich mir eine anzünde, eher im Gegenteil. Ebenso war es mit Alkohol, und ist es nach wie vor noch mit dem Essen ;o)
Nüchtern betrachtet wissen wir ja genau, was zu tun ist, und was nicht, aber kontrollieren können wir es nicht, höchstens mal für kurze Zeit, wenn wir mal nicht rauchen dürfen, oder nüchtern bleiben müssen, aber auf lange Sicht – keine Chance.
Aber es geht doch, das Rauchen hab ich mir abgewöhnt, es ist auch kein Gefühl des Verzichtens dabei, die Motivation ist weg.
Ich muss mich weder beherrschen, noch macht es mir irgendwas aus, wenn in meiner Umgebung geraucht wird (abgesehen davon, dass es übel stinkt) aber es kam mir nie sowas wie “jetzt will ich auch eine” in den Sinn.
Eben so beim Alkohol, sowas trink ich eigentlich überhaupt nicht mehr, höchstens mal nen Pflaumenlikör beim Asiaten zum Essen, vielleicht 1x im Monat, aber sonst – nix.
Nun zur Angst
Wenn uns die Motivation dazu bringt, etwas zu tun, dann hält uns die Angst davon ab, etwas zu tun.
Fazit:
Diese beiden “Kräfte” richtig eingesetzt, könnte uns doch erheblich weiter bringen oder?
Vielleicht ist der Begriff “Angst” nicht der richtige, eventuell wäre “Unlust” besser. Man stelle sich vor, wir hätten alle keine Lust mehr, das Falsche zu tun, und hätten nur noch Freude daran, was uns und unsere Mitmenschen weiterbringt, ohne dass wir uns dazu zwingen müssten.
Wenn jemand weiß, wie es geht, bitte hier nen Kommentar hinterlassen ;o) Ich forsche derweil auch weiter.
Wofür ist Angst gut?
Angst hindert uns, Dummheiten zu begehen -- das ist gut.
Leider hindert uns die Angst auch manchmal, das richtige zu tun -- das ist schlecht.
Um Dummheiten zu vermeiden, sollte uns aber der bewußte Verstand ausreichen, um im Zoo nicht in einen Tigerkäfig zu klettern benötigt es keine Angst.
Andererseits hat es schon was für sich, wenn die Angst kurzzeitig die Kontrolle übernimmt, und so langes überlegen in einer akuten Gefahrensituation eleminiert -- hm, was soll man nochmal machen, wenn sich eine riesige Flutwelle nähert … achja, wegrennen!
Phobie oder nur Angst?
Bei Phobien, und darum geht es mir heute, scheint da irgendwas durcheinander geraten zu sein. Bei der Spinnenangst (welche ich seit meiner Kindheit hatte) beispielsweise ist es so, dass man zwar vom bewußten Verstand her weiß, dass eine Hausspinne völlig harmlos ist, der Anblick an sich löst aber derart heftige Reaktionen aus, dass mit Logik da nicht viel zu machen ist. Das geht irgendwie am Bewußtsein vorbei, und man ist vollkomen machtlos. ZumVergleich, voriges Jahr haben wir unsere Satelitenanlage modernisiert (Digital) und dazu war es notwendig aufs Dach zu klettern, und die Schüssel nebst anderer Gerätschaften auszutauschen. Nach ein paar Minuten auf dem Dach war die Angst komplett weg, ein mulmiges Gefühl hatte ich Anfangs schon, die Höhe löste aber keine Panik aus.
Behandlung…
Tragischerweise werden Phobien auch nach diesem Schema behandelt, nennt sich dann “Verhaltens-” und “Konfrontationstherapie”
Ich zitiere aus Wikipedia:
Wichtig dabei ist das Durchhalten, also das Durchleben der Angstsituation, etwa um danach feststellen zu können: so schlimm war es doch gar nicht. Durch ein Ausweichen kann die Phobie noch verstärkt werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Arachnophobie#Behandlung
Das muss doch einfacher auch gehen!
Na herzlichen Glückwunsch, ich hab mal im Fernsehen so eine Behandlung gesehen, da hat der “Therapeut” eine Spinnenhaut in der Hand, redet zwei Stunden auf den Patienten ein, nähert sich langsam, bis sich dieser traut, die Haut anzufassen, dann kommt die echte Spinne und es dauert nochmal 2 Stunden…(Therapeuten werden vermutlich nicht nach Erfolg, sondern nach Stunden bezahlt…)
Wer es schneller vor allem ohne zu leiden haben will, dem empfehle ich die Handflächentherapie, hier ist das Video:
Zum nachlesen auf der Webseite von Hans-Peter Zimmermann: http://www.hpz.com/handtherapie.html
Das reicht aus, um einen relativ vernünftigen Umgang mit dem Phobieauslöser zu erreichen, man fällt z.b. nicht mehr halbtod um, wenn man beim Griff hinter den Schrank versehentlich in ein Spinnenetz fasst oder man sonst irgendwie unfreiwillig konfrontiert wird.
Überkompensation
Das alles war für mich nach der Selbstbehandlung kein Problem mehr, aber ein kleiner Rest Phobie war da noch. Ich hab mich dann im Internet ein wenig umgeschaut, über Spinnen im Allgmeinen, und bin dann auf Vogelspinnen aufmerksam geworden, diese haben mich ja schon immer fasziniert, aber die Phobie stand im Wege.
Besonders die Mexikanische Rotknievogelspinne (brachypelma smithi) hat es mir angetan, wunderschön, und vor allem sehr gutmütig.
In einem Zoofachgeschäft entdeckte ich dann den kleinen Kerl:

brachypelma smithi - Mexikanische Rotknie Vogelspinne
Nach intensiver Beratung entschloss ich mich dann, das Tier zu kaufen, inkl. Futtertiere, Terrarium, Fachliteratur und Meßinstrumenten. Zuhause angekommen wurde dann erstaml das Terrarium eingerichtet, und, die Spinne samt Transportbox hineingelegt, anfassen war UNMÖGLICH. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte, aber soald ic h näherte fing die Spinne an zu “bombardieren”, ein Verteidigungsverhalten, sie schleudert dabei mit den Hinterbeinen sogenannte Brennhaare auf den vermeintlichen Gegner (mich), diese sollen beim Einatmen ganz schön heftige Beschwerden auslösen, ausserdem ist die nächste Stufe dann zubeißen, und darauf hatte ich nun wirklich keine Lust. Also beliess ich es dabei, die Spinne samt geöffneter Transportbox im Terrarium zu lassen.

brachypelma smithi - Mexikanische Rotknie Vogelspinne in Heimchenbox
Ich liess der Spinne dann ein paar Tage ihre Ruhe, damit sie sich eingewöhnen konnte, bis ich ihr dann ein größeres Terrarium kaufte, welches zwar nicht unbedingt nötig war (Spinnen brauchen sehr wenig Platz) aber schöner aussieht. Diesmal wollte ich sie aber mit der Hand umsetzen, leider zeigte sie wieder das typische Verteidigungsverhalten, was mich an weitem vorgehen hinderte. Im Internet las ich dann, dass die Spinnen oft sehr unterschiedliche Charaktereigenschaften haben können, manche sind agressiver, andere nicht, ich wollte mich schon damit abfinden…
Nun aber gründlich, die Angst muss weg
Irgendwie spielte auch noch bei mir die Angst eine große Rolle, ich befürchtete, Panik zu bekommen und die Spinne zu verletzen, ja, davor hatte ich immer noch Angst, nicht vor der Spinne, sondern davor, wie ich reagieren würde.
Ich wendete also auf diese Angst die sogenannten “emotional freedom technique” kurz EFT an (dabei spricht man die Angst aus, und beklopft verschiedene sogenannte “Meridianpunkte”, nach wenigen Durchgängen ist die Angst dann verschwunden, so auch bei mir.
Was dann geschah ist fast unglaublich, ich konnte die Spinne problemlos in die Hand nehemen, keine Drohhaltung, kein Bomadieren, nichts, sie krabbelte auf meinem Arm umher und ich freute mich wie ein Schneekönig.
Wer EFT lernen möchte, dem empfehle ich folgende Webseite:
Dort gibt es viele Gratis Texte, das kostenlose EFT Handbuch zum Download, viele Weiterführende Texte etc. Auch auf Youtube finden sich viele Videos zum Thema EFT
Geschafft:
Hier ist noch der Beweis, dass ich meine Phobie auch tatsächlich überwunden habe:
Es gibt noch ein paar Aspekte, die ich in einem der nächsten Blogs zum Thema Angst noch ausführlicher behandeln möchte, bis dann.
In diesem kurzen Video zeige ich, wie ich meine Spinnenangst überwunden habe (Warnung, Gänsehautgefahr):
Das Tolle an der Methode ist, dass sie unglaublich Schnell wirkt, man kann sie selbst anwenden (Kein Stundenlanges rumsitzen beim Therapeuten für viel Geld) und das beste: Man muss sich der Angst nichteinmal stellen